Spiekeroog News

Klimaneutrales Tanzen

Vom 10. bis 17. Juni 2018 veranstaltet „Tango fuego“ aus Osnabrück zum 11. Mal „Tango auf der Frühlingsinsel“. Die acht Spiekerooger Tage werden das erste Mal als klimaneutrale Tangoreise in Deutschland angeboten.

Spiekeroog – Vom 10. bis 17. Juni veranstaltet „Tango fuego“ aus Osnabrück zum 11. Mal „Tango auf der Frühlingsinsel“. Tanzlehrer und Organisator Ralf Brand hat es nach vielen Monaten Vorbereitung geschafft, die acht Spiekerooger Tage als erste klimaneutrale Tangoreise in Deutschland anzubieten. Als klimaneutral zertifiziert wurde in diesem Sommer das Inselkino (wir berichteten). Nun setzen die 120 erwarteten Tänzer aus vielen Teilen Deutschlands im kommenden Jahr ein neues Zeichen! Nach ersten Berechnungen werden durch die Reise über 40 Tonnen CO2 in die Luft geblassen. Kohlendioxid entsteht durch die An- und Abreise, die Unterkunft, aber auch durch Verpflegung, Müllentsorgung, Warentransport und vieles mehr. Brand hat über die Berliner „atomsfair gGmbH“, Schirmherr ist Ex-Umweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Verein Nationen Klaus Töpfer, den Verbrauch der 120 Teilnehmer genau ausrechnen lassen. Mehr als 27 Tonnen CO2 werden die Tänzer allein durch die sieben Übernachtungen verbrauchen – in der warmen Jahreszeit wird das größtenteils das auf Spiekeroog mit Erdgas erhitzte Warmwasser fürs Duschen sein. Der zweitmeiste Kohlendioxidausstoß entsteht bei der An- und Abreise (12 Tonnen), so „atomsfair“. „Wir werden den CO2-Ausstoß nach Möglichkeit vermeiden und reduzieren. Den nicht vermeidbaren Anteil werden wir kompensieren“, so der Osnabrücker. Tango fuego möchte zeigen, dass es möglich ist, „eine hochkarätige Tangoreise auf einer wunderschönen Urlaubsinsel zu erleben und zugleich verantwortlich mit unserem Planeten umzugehen“, so der Veranstalter. Die Reise ist ab sofort auch schon buchbar. Ralf Brand arbeitet wie schon die Nordseebad Spiekeroog GmbH bei der Inselkino-Zertifizierung mit „atomsfair” zusammen. Atmosfair berechnete den CO2-Ausstoß für die Reise und ermittelt einen Kompensationsbeitrag, den Tango fuego an Atmosfair entrichten wird. Mit dem Geld werden weltweite Klimaschutzprojekte finanziert, die die Emission der Tanzreise ausgleichen. Der Kompensationsbeitrag beträgt insgesamt 962 Euro, was pro Teilnehmer 8 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer ausmacht. Mit den Kompensationsgeldern subventioniert „atomsfair“ zum Beispiel Solarheizungen in südafrikanischen Townships. Die Emissionsmenge der Tangoreise wird wieder eingespart und zugleich profitieren Menschen vor Ort von sauberer Energie. Brand möchte aber auch, dass auf der Insel die Teilnehmer nach Klimaneutralität schauen. Ab 2018 werden Wohnungen und Hotels, die Ökostrom beziehen, im Gastgeberverzeichnis und auf der Vermieterdatenbank mit einem neuen Ökostrom-Label gekennzeichnet. „Bucht bitte Quartiere, die ein entsprechendes Label haben, oder fragt beim Vermieter nach“, empfiehlt Brand. Die Kogge als Veranstaltungsort wird mit Ökostrom versorgt. Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Vermeidung von Abfällen sind im Gespräch. Kaffee und Tee kaufen die Veranstalter aus Fair-Trade/Bio-Produktion ein, Kaltgetränke aus regionaler Produktion und Bio-Weine aus Europa. Gedruckte Flyer lässt Brand in reduzierter Stückzahl mit zertifiziertem Papier, Umweltfarben und Ökostrom für die Produktion sowie klimaneutralem Versand produzieren. Aber auch jeder einzelne Teilnehmer kann noch einen weiteren Beitrag leisten: „Wir bitten Teilnehmer nach Möglichkeit mit der Bahn anzureisen. Die Bahn fährt mit Ökostrom. Ist eine Bahnanreise nicht gewünscht oder möglich, unterstützen wir die Bildung von Fahrgemeinschaften. In der „transfair”-Berechnung machen mit der Bahn anreisende Gäste nicht einmal zehn Prozent aus. Brand ist außerdem im Gespräch mit Spiekerooger Gastronomen, Gerichte mit Zutaten aus regionaler Bioproduktion anzubieten. Wenn es diese Angebote gibt, wird Tango fuego alle Teilnehmer darauf hinweisen. Beim Kauf von Lebensmitteln auf der Insel können die Tänzer auf Bio-Qualität in den Geschäften achten. Klimaneutralität hat über das Angebot der Tangoreise hinaus längst den Tourismus erreicht. Juist beispielsweise hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die erste klimaneutrale Urlaubsdestination zu werden.

Quelle: spiekerooger inselbote

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