Gold und Silber für Spiekeroog

Es war einmal ein kunstvoll gestaltetes Kirchenfenster, das im Jahre 1900 über einen spendablen Gast seinen Weg zur 200 Jahrfeier und damit in die sehenswerten Gemäuer

der ältesten ostfriesischen Inselkirche, unserer „Alten Inselkirche“, fand. Die auf dem Fenster abgebildete mittelalterliche Kogge schillerte so stolz und schön, dass die Spiekerooger beschlossen, diese Kogge zuerst als offiziellen Stempel und später auch als Wappen zu nutzen.

 

Der Ferrari unter den Handelsschiffen – die Kogge!

Die Blütezeit der Kogge fällt in die Hansezeit vom 12. bis ins 15. Jahrhundert. Sie war der Ferrari unter den Handelsschiffen, denn Sie konnte mit minimaler Besetzung maximale Frachtmengen transportieren und auch flache Gewässer anlaufen. Als reines Transportschiff besaßen die Koggen kaum Kiel und konnten dadurch bei Ebbe wunderbar trockenliegen ohne umzukippen.

Damit war die Kogge für die Hansekaufleute ein wertvolles Prestigeobjekt, für welches sie große finanzielle Risiken auf sich nahmen. Meist war es ein Zusammenschluss von Kaufleuten, die sich den Bau und Betrieb einer Kogge teilten und sie gemeinsam auf Handelsreisen schickten. Und schon damals wurden Leerfahrten vermieden. Hatte eine Kogge ihre Ladung gelöscht, nahm sie am gleichen Ort wieder Waren auf.

Tausende dieser Koggen fuhren auf den Fernrouten von Nord- und Ostsee, bis sie Ende des 14. Jahrhunderts vom ebenfalls flach bodigen, aber größeren und breiteren Holk nach und nach abgelöst wurden.

Aber vergessen sind sie nicht und auf Spiekeroog auch immer ein bisschen unterwegs.

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