Kunststipendium Spiekerooger Zeltplatzresidenz

Inmitten einer einzigartigen Natur und rund drei Kilometer vom Dorfkern entfernt, liegt der Spiekerooger Zeltplatz – einer der schönsten Naturzeltplätze Europas. Ein Ort, der Inspiriert – hier bekommt man den Kopf frei für das Wesentliche. Seit Jahren nutzen Künstler den Zeltplatz als Rückzugsort, Quelle ihrer Inspiration und Kreativität. Die „Spiekerooger Zeltplatz Residenz“ möchte dies unterstützen, das Kunststipendium ermöglicht dem Sieger die Umsetzung eines temporären Kunstprojektes auf der autofreien Insel. Als Residenz wird ein Zelt zur Verfügung gestellt, ebenso erhält der Gewinner eine finanzielle Förderung sowie umfangreiche Kommunaiktionsleistungen. Gefördert werden Kunstprojekte, die im öffentlichen Raum stattfinden, Aufmerksamkeit für soziale und ökologische Problematiken generieren und in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen. Das Thema wird jährlich neu festgegt.

Ausschreibungsunterlagen 2018

Am 01. Juni 2018 startet die Spiekerooger Zeltplatzresidenz in die fünfte Runde. Das Thema ist "Paradies". Die Spiekerooger Zeltplatz Residenz beinhaltet ein Honorar von 1.200 €, sowie maximal 1.800 € Projektkosten. Der Künstler residiert vier Wochen auf dem Zeltplatz von Spiekeroog, in einem dort bereitgestellten Zelt. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 20. November 2017. Die Jury wird trifft sich im November, um den Gewinner der Zeltplatzresidenz zu ermitteln. Alle nötigen Bewerbungs- und Ausschreibungsunterlagen finden Sie im unteren Teil der Seite. Bewerbungen bitte ausschließlich an zeltplatz-residenz(at)spiekeroog.de senden.

Ausschreibungsunterlagen

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Bewerbungsbogen

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Zeltplatzresidenz 2017 - „Willkommenskultur“

Einen Sommermonat lang war Spiekeroog wieder das Zuhause eines Künstlers im Rahmen des Kunststipendiums „Die Spiekerooger Zeltplatz Residenz“. Vera Nowottny, die Siegerin der diesjährigen Zeltplatz Residenz überzeugte mit ihrem Projekt „Leichte Bilder“ zum Thema „Willkommenskultur“. In den letzten Wochen führte sie viele Gespräche, "übersetzte" und interpretierte die Allgegenwärtigkeit von Informationstafeln, Hinweis- und Verbotsschilder, die auch auf Spiekeroog herrscht. Eine Vielzahl an neuen Schildern sind dabei entstanden, welche nun in Ergänzung an die "echten" Schilder angebracht sind - habt Ihr auch schon eins von Vera Nowottnys neuen Schildern entdeckt? Über aufgenommen Bilder zu diesem Thema, freuen wir uns, unter unserem aktuellen Facebook-Beitrag zu diesem Thema. Gerne auch mit dem Hinweis, wie ihr emotional zum jeweiligen Schild steht, was mit dem Schild verbunden wird, stört oder auch wichtig ist!

Entstehungsphase


Zeltplatzresidenz 2016 - "Spiekeroopia"

„Ich denke mir also einen Ort, an dem ich gern sein möchte und sein kann. Ich denke mir ihn als eine Insel. (…) Meine Insel heißt spiekeroopia. (…)  Grund und Ziel von spiekeroopia ist Kunst. Nur Kunst verdankt die Insel ihre Existenz. Ständig muss sie sich dadurch neu erschaffen, um von der harten Wirklichkeitsbrandung nicht verschlungen zu werden. Überall ist Kunst. Man spürt es sofort, wenn man die Insel betritt. Für die Menschen dort ist es das Normalste der Welt, sich vom Reizklima der Insel anregen zu lassen und Kunst zu leben. Sie kichern über soviel Wirklichkeitssinn, wie wir ihn hier mit uns durch die Welt schleppen.“

So beginnt der „Prolog“ des Künstlers Marcus Große, Gewinner der diesjährigen Zeltplatzresidenz. „Überall ist Kunst“ nimmt er wörtlich, seine bisherigen Aktivitäten auf Spiekeroog hat er auf http://spiekeroopia.tumblr.com/ zusammen gefasst!

Sand ist Gold –  Prospektion für den Sandabbau auf Spiekeroog

Für große Aufregung auf Spiekeroog sorgte das fiktive Unternehmen Trans Crystal, welches sich auch als Teil des Kunstprojektes herausstellte.  Plötzlich ist es da und betritt die Bühne von Spiekeroog – Trans Crystal. Viel lässt sich darüber nicht in Erfahrung bringen. Das Wenige ist aber konkret: TC ist ein Konzern, eine Corporation, vielleicht auch ein Zusammenschluss und bald an der Börse notiert. TC ist groß, sehr groß. Die Konzernzentrale befindet sich in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Von dort aus koordiniert TC seine globalen Aktivitäten. Das Kerngeschäft ist Sand ‒ profaner, scheinbar überall unbegrenzt zur Verfügung stehender Sand. Darauf gründet TC sein Imperium und seinen wirtschaftlichen Erfolg.  Mit Warntafeln, Baustellenschildern und Absperrbändern kündigte der Weltkonzern eine Prospektion zur Erschließung einer Sandlagerstätte auf der Insel an.

Doch schnell konnte Entwarnung gegeben werden...alles nur Teil eines Kunstprojektes. Das Medienecho ist enorm – und die Reaktionen auf Spiekeroog natürlich ebenfalls. Marcus Große wurde an seiner fiktiven Strandbaustelle von zahlreichen Spaziergängern angesprochen und mit kritischen, fassungslosen aber auch interessierten Fragen konfrontiert. Andere Besucher hat das Projekt wiederum derart erregt, dass sie eigene Nachforschungen angestellt haben und sich letztendlich bei unserem Künstler für sein Umweltengagement bedankt haben. Genau dies ist das Ziel der Spiekerooger „Zeltplatz-Residenz“ – wir möchten durch derartige Projekte auf aktuelle Themen aufmerksam machen und das Augenmerk darauf lenken. Der Spiekerooger Sand ist sicher – zumindest vor dem Zugriff von internationalen Konzernen. Es wäre schön und erstrebenswert, wenn jeder „Fleck“ dieser Erde dies von sich behaupten könnte… 

Bis Anfang Juli ist Marcus Große noch auf Spiekeroog aktiv, im Rahmen der Zeltplatzresidenz 2017 wird er seinen Platz in der Zelplatzresidenz-Jury einnehmen. 

http://spiekeroopia.tumblr.com/

http://trans-crystal.com/

Entstehungsphase


Zeltplatzresidenz 2015 - „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Das Kunststipendium „Spiekerooger Zeltplatz Residenz“ der Nordseebad Spiekeroog GmbH erhält in diesem Jahr der Bremer Künstler Max Santo und residiert noch bis Ende Juni auf der Nordseeinsel. Die Jury überzeugte sein Konzept zum Thema „Ich sehe was, was du nicht siehst“: Der 31-jährige Max Santo erstellt aus Plastik, das am Strand angeschwemmt wird, großformatige Flaggen, die am 23.6.2015 auf der Insel gehisst wurden.

Bereits zum dritten Mal erhält ein Künstler auf Spiekeroog die Möglichkeit, während eines einmonatigen Stipendiums ein Projekt vor Ort zu verwirklichen. Insgesamt 74 Bewerbungen gingen für die Ausschreibung 2015 ein. Aufgerufen waren Installations-, Land Art-, Performance-, Foto- und Videokünstler ihre konzeptionellen, temporären Projekte im öffentlichen Raum und/oder partizipative Projekte einzureichen.

Als Wohn- und Arbeitsort dient dem Gewinner Max Santo ein Zelt auf dem Spiekerooger Zeltplatz. Hier setzt er auch sein Konzept um: Er sammelt einen Monat lang Plastikmüll am Strand, der aus dem Meer angeschwemmt wird und fertig daraus großformatige Flaggen. Oft nicht sofort sichtbar, ist die Insel einer stetigen Verschmutzung durch den Müll aus dem Meer ausgesetzt.  „Ich möchte mich auf Spiekeroog mit dem beschäftigen, was man auf den ersten Blick nicht sieht. Und das ist Plastik, welches seinen ursprünglichen Verwendungszweck verloren hat. Man kann noch soviel davon einsammeln, es wird ständig Neues angespült. Da es sich auch nur sehr langsam zersetzt, ist die Umwelt mit Plastik kontaminiert. Durch die Transformation des Mülls in Flaggen möchte ich dieses Problem sichtbar machen. Flaggen stehen normalerweise für Staaten oder Territorien. Die globale Plastikverschmutzung kennt jedoch keine Grenzen. Mit dieser Irritation möchte ich arbeiten und zeigen, dass wir vielleicht die Oberhand schon verloren haben.“ so der Künstler Max Santo.

Rund 10 seiner Flaggen wurden am Dienstag, 23.6.2015 ab 13:30 Uhr an ausgewählten Flaggenmasten im Dorf, am Strand und am Zeltplatz gehisst. Anschließend werden die Flaggen als Exponate in einer Ausstellung im Haus des Gastes/Kogge noch bis Mitte August präsentiert. Am Donnerstag, 13.8.2015 findet dort eine Finissage statt, bei der Max Santo seine Publikation zum Projekt vorstellen wird.

Zur Website des Künstlers: www.maxsanto.de

Entstehungphase


Zeltplatzresidenz 2014 - "Beach House"

Die "Spiekerooger Zeltplatz Residenz" ist ein Kunststipendium ausgelobt in Zusammenarbeit mit der Nordseebad Spiekeroog GmbH. Gefördert werden Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Der Gewinner von 2014 ist Sebastian Dannenberg mit dem Projekt "BEACH HOUSE" zum diesjährigen Thema "Wohnraum". Der Künstler wird eine an LeCorbusier erinnernde "Hütte" am östlichen Hundestrand errichten. Das BEACH HOUSE ist eine (Wohn-) Utopie, die zum Verweilen einlädt, der Strandbesucher kann das Gebäude gebrauchen, sich hinlegen, sitzen oder etwas essen. Wie eine Hütte in den Bergen hat das Stelzenhaus das Potential einen simplen Unterschlupf zu bieten, der zum Assozieren und Tagträumen einlädt. Die klaren Formen und die simplen, leicht zu entschlüsselnden Materialien nehmen sich zurück und generieren Raum für den Besucher.

Der in Anlehnung an Le Corbusier zu realisierende Pfahlbau als Begegnungsstätte, Schutzhütte und wachsendes Gebilde ermöglicht für einen kurzen Zeitraum eine utopische Vision. Die Zone zwischen intensiv touristisch genutzter Landschaft und den Nationalparkflächen im Osten der Insel materialisiert sich zu einem Sehnsuchtsort und greift damit unbewusst in inselpolitische Strukturen ein.

Thema und Anforderung:

Die Ausschreibung richtet sich an Installations-, Land Art-, Performance-, Foto- und VideokünstlerInnen ohne Altersbeschränkung. Wir suchen konzeptionelle, temporäre Projekte im öffentlichen Raum und/oder partizipative Projekte. Es werden Projekte erwartet die sich künstlerisch mit der natürlichen, sozialen und kulturellen Struktur der Insel und deren offensichtlichen und latenten Brüchen auseinandersetzen. Das Jahresthema 2014 lautet WOHNRAUM. Das Thema kann im weitesten Wortsinn, auch sehr frei, bearbeitet werden.

Das Projekt sollte nach Möglichkeit in seiner Entstehung begleitet und medial dokumentiert werden können, dazu räumt der Künstler ein kommunikatives Nutzungsrecht für Fotos und Videos ein. Alle anderen Bildrechte verbleiben beim Künstler.

Enstehungsphase