Veranstalter*in: Nordseebad Spiekeroog GmbH
In Nachkriegsdeutschland wurden Millionen von Kindern auf behördliche Anordnung in Kurheime geschickt. Doch statt der versprochenen Erholung erlebten viele von ihnen dort systemische Gewalt, Demütigung und Missbrauch. Die sogenannten „Verschickungskinder“ kehrten oft schwer traumatisiert zurück – ein Leid, das jahrzehntelang totgeschwiegen wurde.
Mit ihrem abendfüllenden Dokumentarfilm „Schwarze Häuser“ bricht die Berliner Regisseurin Katrin Sikora das Schweigen. Anhand von bewegenden Zeitzeugenberichten sowie unveröffentlichtem Archivmaterial beleuchtet sie diese düstere Epoche, eng verflochten mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Parallel dazu dokumentiert der Film das Jugendensemble des Deutschen Theaters Berlin, das die Originaldokumente und Erinnerungen der Betroffenen in einem Theaterstück auf die Bühne bringt und so eine Brücke in die Gegenwart schlägt.
„Schwarze Häuser“ feierte seine Weltpremiere beim Filmfestival „achtung berlin“ (nominiert für den Hauptpreis) und ist für den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis beim DOK.fest München nominiert.
Im Anschluss: Filmgespräch mit Detlef Lichtrauter
„Die öffentliche Übernahme der Verantwortung, Sichtbarmachung und Entschuldigung sind längst überfällig.“
Detlef Lichtrauter ist Aktivist, selbst als Betroffener im Film zu sehen und treibende Kraft bei der Aufarbeitung des Unrechts. Im Anschluss an die Filmvorführung wird er durch das Publikumsgespräch führen. Gemeinsam wollen wir über das Gesehene sprechen, die historischen Strukturen hinter dem System der Verschickungsheime beleuchten und der Frage nachgehen, wie eine späte Gerechtigkeit und Anerkennung für die Betroffenen aussehen kann.
Kosten: 12,00 €